The cosmic background radiation some 380.000 years after the big bang, as seen by the Planck satellite. (c) ESA/DLR
. . . . . . .

Internationale Fachtagung von Mikrobiologen

Bakterien sind auch nur Menschen. Wie die großen Mehrzeller-Kollegen müssen sich die einzelligen Mikroorganismen in einer riesigen Welt zurecht finden. Wie machen die das? Das war die Fragestellung von rund 180 Spezialisten der Biologie in Marburg. Wir Menschen können folgendes: Sehen, Hören, Schmecken, Riechen, Tasten, „und Bakterien können das auch“, sagt die Marburger Mikrobiologin Anke Becker und gerät dann sogleich in den Fachdisput mit Tobias Erb vom Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie, wie das denn mit dem „Hören“ bei Bakterien sein könne, also dem Registrieren von Schallwellen. Nunja, Schallwellen sind eigentlich zu groß für die nur unter dem Mikroskop sichtbaren, klitzekleinen Bazillen.

Bakterienkolonie (Bild: UMR)
Bakterienkolonie (Bild: UMR)

Mitunter können Bakterien Licht wahrnehmen und Taktiles ertasten. In der Regel kommunizieren sie mit ihrer Umwelt über chemische Signale, was dem Riechen und Schmecken entspricht. Masterstudent Jannis Brehm von der Universität München (LMU) untersucht beispielsweise wie ein Bakterium erkennt, dass es im Verdauungstrakt einer Insektenlarve richtig angekommen ist, um sich dort dann auszubreiten. Ist die Larve tot, zieht das Bakterium weiter.

So martialisch geht es leider im Reich der Mikrobiologie immer zu. Bakterien, Viren, Pilze müssen sich sehr schnell anpassen, ihre Umwelt erkennen, sich untereinander oder mit anderen Arten verbünden, um zu überleben. Und diesem Reichtum an Anpassungsstrategien galt die Tagung „Wie Mikroorganismen ihre Welt erkennen“, die von Anke Becker und Erhard Bremer (beide Philipps-Universität Marburg) und Thorsten Mascher (TU Dresden) in Marburg ausgerichtet wurde.

Im Interview erläutert Thorsten Mascher, "wie Mikroorganismen die Welt sehen". So auch der Name einer Tagung von Mikrobiologen in Marburg, die Mascher mit veranstaltet. Thorsten Mascher ist Mikrobiologe an der TU Dresden. Bakterien müssen sich beispielsweise ganz schnell an ihre Umwelt anpassen können, um zu überleben. Wie das funktioniert, versuchen die Forscherinnen und Forscher zu entschlüsseln.

Die Mikrobiologen der Lahnstadt zieht es bei diesen Veranstaltungen immer gern von den Lahnbergen ins Zentrum der Stadt. So findet das Jahreskolloquium des Loewe-Zentrums für Synthetische Mikrobiologie (Synmikro) schon traditionell im Mai im Kino Cineplex statt. Diesmal kamen die Biologen im Erwin-Piscator-Haus, der Stadthalle, zusammen. Sie genossen dabei nicht nur die anregenden Gespräche im Licht durchfluteten Foyer des Neubaus, sondern auch den tollen Blick auf Schloss und historische Altstadt.

Thorsten Mascher, Anke Becker und Erhard Bremer (v.l.n.r., Bild: UMR)
Thorsten Mascher, Anke Becker und Erhard Bremer (v.l.n.r., Bild: UMR)

Thorsten Mascher aus Dresden bestätigte nochmal, dass Marburg für Mikrobiologen der zentrale Forschungsstandort in Deutschland, wenn nicht gar Europa, sei. Und viele der anwesenden Forscherinnen und Forscher freuten sich darauf, im hoffentlich kommenden Jahr den Forschungsneubau für Synmikro auf den Lahnbergen beziehen zu können. Universitätsleitung und Land Hessen hätten diesen Wert erkannt. Und auch einen anderen Wert unterstrich die Tagung: Biologie ist längst keine Männerdomäne mehr. Viele Hauptvorträge wurden von etablierten Forscherinnen gehalten.

Etwa Bonnie Bassler aus Princeton, die darüber berichtete, wie es „tumbe“ Bakterien schaffen, sich untereinander abzustimmen. Bakterien können nämlich über Signalmoleküle – also gewissermaßen mit chemischen Wörtern – miteinander kommunizieren. Dann heißt es gemeinsam „Attacke“ auf ein Opfer, oder der Bakterienklumpen wandelt sich in einen für andere undurchdringlichen Schleim, einem sogenannten Biofilm. Manchmal produzieren Bakterienkolonien auch Gemeinschaftsgüter, etwa bestimmte Stoffe, um Nahrungsquellen gemeinsam zu verwerten. Im Verbund sind sie stärker. Die Arbeitsgruppe von Bassler an der Eliteuni Princeton versucht diese chemischen Kommunikationsnetzwerke zu entschlüsseln.

Das Spannende an der Mikrobiologie ist, dass es immer wieder neue Entdeckungen gibt, sagt Thorsten Mascher. Einen lustigen Aha-Effekt steuerte Kai Thormann aus Gießen bei. Normalerweise propellern sich Bakterien mit Geißelchen durch ihre Umgebung. Bleiben sie indes stecken, so können sie einen ganz speziellen Rückwärtsgang einlegen: Sie schlingen die Geißeln fest um sich, so dass der Bakterienkörper wie eine Schraube ausschaut. Dann drehen sie sich selbst heraus. Dieses Schraubenprinzip könnte dazu dienen, sich in Sicherheit zu bringen oder Feinde zu attackieren – je nachdem, wie das Bakterium seine Umwelt wahrnimmt.


Industriekultur: Auf den Spuren von Emil von Behring

Marburg. Mittelhessen hat ein ganze Reihe an sogenannten Hidden Champions, Unternehmen, die regional oder international eine große Rolle spielen. Teils abseits gelegen, kennen viele Menschen diese Unternehmen nur vom Hörensagen oder auch nur vom Vorbeifahren. Eine Veranstaltungsreihe zur „Industriekultur Mittelhessen“ will die Menschen genau dorthin führen: Wanderungen und Werksführungen geben Einblick in das aktuelle Wirken und die historische Entwicklung von Unternehmen und Wirtschaftszweigen. „Viele historische Wurzeln sieht man nicht mehr“, erläutert der Geschichtswissenschaftler Professor Otto Volk, der die Veranstaltungsreihe des Vereins Mittelhessen mitverantwortet. Dabei gebe es viele Kontinuitäten, von damals bis heute.

Vor der Behring-Büste und dem ehemaligen Hygieneinstitut in Marburg erläutert Historikerin Julia Langenberg wie Emil von Behring sich kommunalpolitisch auch für sauberes Trinkwasser einsetzte. (Bild: m_)
Vor der Behring-Büste und dem ehemaligen Hygieneinstitut in Marburg erläutert Historikerin Julia Langenberg wie Emil von Behring sich kommunalpolitisch auch für sauberes Trinkwasser einsetzte. (Bild: m_)

Im Blick von 17 interessierten Teilnehmern lag vergangenes Wochenende das Wirken von Emil von Behring (1854 bis 1917) in Marburg. Der Mediziner und erste Nobelpreisträger für Medizin (1901) steht sinnbildlich für starke Forschungsleistung und Innovationskraft um die Jahrhundertwende, ein Pionier bei der Bekämpfung von Infektionskrankheiten durch Impfungen sowie bei der Hygiene. Der Forscher Behring verschloss sich auch nicht der unternehmerischen Verwertung seiner Kenntnisse. Er war kommunalpolitisch in Marburg aktiv, und er gründete 1904 die Behringwerke in der Lahnstadt, berichtet die Historikerin Julia Langenberg beim Stadtrundgang in Marburg.

Entlang einer „Behring-Route“ präsentiert die Stadt Marburg die verschiedenen Stationen Behrings mit Info-Tafeln. Ausgehend vom Hauptbahnhof, wo Behring 1895 von Berlin kommend, die Lahnstadt erreichte, über Institute und Stadtvilla, den heutigen Pharmastandort „Behringwerke“ bis zum Schlossberg-Laboratorium können sich wissenschaftlich interessierte Wanderer an zwölf Stationen über damals und heute informieren.

Damals und heute

Marburg ist global wichtiger Pharmastandort geblieben. 80 Prozent aller Impfstoffe nehmen ihren Ausgang von Marburg, berichtet Langenberg. Die früheren Behringwerke haben die Zeitläufte überdauert und sind nach Aufspaltungen und Übernahmen in drei Firmen noch präsent: die britisch geführte GSK (Impfstoffe), die australisch geführte CSL (Blutpräparate) und die deutsche Siemens Healthcare (Diagnostik). Über 5000 Arbeitsplätze bieten diese Firmen – und trotzdem sie im täglichen Leben durch ihre Lage in einem tief eingeschnittenen Seitental und in einem entlegenen Industriegebiet kaum sichtbar sind, bieten sie den Marburgerinnen und Marburgern Gesundheit (durch die Produkte) und Wohlstand (durch die Steuerabgaben).

Eine Begleitbroschüre zur „Behring-Route“ gibt es in der Touri-Info in der Stadthalle. Dort können auch Führungen gebucht werden. Weitere Veranstaltungen zur Industriekultur Mittelhessen verzeichnet die Webseite www.industriekultur-mittelhessen.eu. Die nächste Tour führt ins Felsenmeer bei Homberg/Ohm und in den Basaltsteinbruch bei Nieder-Ofleiden.


Lounge.

New York. Atemberaubender geht nimmer. Vom 63. Stock des One World Trade Center hat man freie Umsicht auf New York City. Bis auf wenige Beton gespritze Stahlstreben hindert nichts am Blick durch die weiten Fensterfronten. Im 63. Stock hat der Immobilienentwickler Durst seinen Sitz und Showroom. Dort empfängt er Gäste und Interessenten. Hochpotente Unternehmen können den Stock auch für eigene Events mieten. Im Showroom präsentiert Durst indes, was Leben und Arbeiten in Manhattan und insbesondere im One World Trade Center bzw. in seinem Schatten bedeutet.

Show Room

Der Showroom steht überwiegend geräumig leer. An den Wänden Transparente und Plakate, die das sozio-ökonomische Umfeld illustrieren. Einige Sitzgruppen und Büromeublement stehen exemplarisch für die Inneneinrichtung der Räume. Besonders prominent steht eine Sofa-Sitzgruppe vor der breiten Glasfront: Die gibt den Blick direkt frei auf die Freiheitsstatue, Liberty Island und daneben Ellis Island. Wer hier oben steht, als Besucher, Besitzer, Mieter, der hat es geschafft und kann verweilen.

Mit Hochgeschwindigkeit nach oben

Im Backoffice versehen einige Mitarbeiter des Showrooms einen stillen und ruhigen Dienst. Kein Vergleich mit dem Touri-Rummel am Fuße des Turms. Dort bilden sich lange Schlangen um im Hochgeschwindigkeitsaufzug direkt auf die obersten Stockwerke zu gelangen. Die einfache Fahrt kostet 34 Dollar. Will man die Schlange abkürzen, dann kostet der Fast Track schon 56 Dollar. Die Amerikaner sind eben geschäftstüchtig.

Überblick

Seitlich neben dem 1WTC erinnert ein Museum an die vormaligen Türme, die am 11. September 2001 durch einen Terroranschlag zum Einstürzen gebracht wurden. Im Ort der Zwillingstürme sind tief ins Fundament Wasser umspülte Mulden gelassen. Die Armbrüstung ist mit den Namen der 2983 Toten versehen. Viele der Passanten stecken zum Gedenken Blumen in einen gefrästen Namenszug.

Boomtown Lower Manhattan

Auch das ist New York: Geschäft, Erinnerungskultur, Amüsement – alles gleich beieinander. Die südlichste Spitze der Insel Manhattan, wahlweise als Lower Manhattan oder Downtown Manhattan bezeichnet, beherbergt verblüffend wenige Bewohner. Die Einwohnerzahl liegt bei 57.000 bis 60.000, während ganz Manhattan, also bis weit oberhalb des Central Parks auf etwas unter zwei Millionen kommt. Downtown steht für Business, Geschäfte, Kultur und Administation, also Stadtverwaltung und andere Behörden und Organisationen. Rund 310.000 Berufstätige strömen alltäglich an die Arbeitsstätte, in 8.428 Unternehmen – wie Durst für das Umfeld des 1WTC akribisch auflistet. Hinzu kommen für Lower Manhattan noch Kreuzungspunkt von elf U-Bahnlinien und weiteren wichtigen Strecken.

Downtown

„626 Places to shop, 447 restaurants, waterfront parks, 18 hotels“ umgeben das 1WTC. Von außen sieht das Gebäude aus wie ein angeschliffener Diamant, wenn es nicht 1776 Fuß hoch bzw. 541 Meter hoch wäre. Diese Zahl 1776 steht natürlich symbolisch für das Jahr der Unabhängigkeit der USA von der britischen Krone. Damit ist das 1WTC das höchste Gebäude beider Amerikas. Die „Schliff“ des Diamanten verläuft so, dass sich die Fassadenbreite vom Boden nach oben hin verjüngt und in eine Kante ausläuft. Die Gebäudeecken hingegen weiten sich nach oben bis sie die ganze Breite des Hochhauses einnehmen. Insgesamt besteht das Gebäude aus 104 Stockwerken sowie fünf Ebenen unterhalb des Erdgeschosses. Dort steigen beispielsweise die Touris in die Shuttle-Aufzüge zur Aussichtsebene. Die Gesamt-Geschossfläche liegt bei 325.300 Quadratmetern. Ebene 20 bietet beispielsweise 4.459 Quadratmeter Bürofläche, bei Ebene 90 sind es nurmehr 2.926 Quadratmeter. Das Zentrum der Geschosse ist – wie bei Hochhausbauten üblich – dominiert von den Aufzugsanlagen. Insgesamt gibt es im 1WTC 73 Aufzüge, alle konzipiert und gebaut vom deutschen Unternehmen Thyssen-Krupp.

Security wie auf dem Flughafen

Neben dem Touri-Eingang von der Westseite gibt es noch zwei weitere Zutritte von Norden und Süden, die allerdings zunächst vor Security-Personal und Zugangskontrollen wie auf einem Flughafen stoppen. Jeder Rucksack und jede Tasche wird gescannt. Erst danach können die Aufzüge betreten werden. Die Aufzüge, insbesondere die Expressaufzüge für Besucher und Touris vom Basement auf die Aussichtsplattform auf Stock 100 bis 102, sind rund 10 Meter pro Sekunde schnell, also rund 36 Stundenkilometer. Das ist ähnlich schnell wie Usain Bolt auf 100 Metern. Aufzüge können auch schneller. Aber nicht im 1WTC. Trotzdem sind diese 60 Sekunden vom Boden auf Stock 102 die schnellsten in der Westlichen Hemisphere.

1776ft.

Gebaut wurde das 1WTC mit einer Public-Private-Partnership von der Hafenbehörde von New York und New Jersey mit dem Immobilienentwickler Durst. Als Hauptmieter führt Durst derzeit das Verlagshaus „Condé Nast Publications“. Allerdings sind nicht alle Stockwerke vermietet. Die exklusive Lage hat ihren Preis, nicht jeder kann und will zahlen und einsteigen. Einem Maklerprospekt zufolge liegt zwischen Stock 45 und 84 auf mindestens neuen Stockwerken noch sehr viel Fläche brach. Die Räumlichkeiten können sofort bezogen werden, nach Auswahl etwa des Büroequipments im Showroom. Durst wirbt außerdem mit Geschossflächen ohne Säulen und Stützen in den Räumen. Die Statik wird allein durch den Kern und die Fassade getragen. Die Kosten pro Quadratfuß Fläche liegen bei 69 bis 80 Dollar.

8 Jahre Bauzeit bei Kosten von 3,8 Milliarden Dollar

Das 1WTC hat 3,8 Milliarden Dollar gekosten. Eröffnung war Ende 2014. Irgendwie müssen die Kosten nun wieder rein kommen. Zwei Möglichkeiten gibt es: 1. Unternehmen und Büros, 2. Touristen.

Das mit den Touris scheint noch nicht so ganz aufzugehen. Die Eigner rechneten damit, dass im Jahr rund 3,3 Millionen Menschen das Observatory in der top 3 Stockwerken besuchen. Das hatte zumindest der Betreiber des Observatorys, eine Firma namens Legends, prognostiziert. Bei einem Eintritt von 34$ käme da schon etwas zusammen. Im ersten Jahr kamen aber 1 Million Menschen weniger als geplant. Und es schaut so aus, als ob das auch so bleibt, meldete die New York Times vor kurzem. Man hatte da wohl auf den innerstädtischen Konkurrenten geschielt, das Empire State Building, das jährlich von rund 4 Millionen Besuchern erklommen wird.


Erst Zittern, dann Sausen – mit dem Elektroauto durch Stadt und Landkreis

Marburg. Die letzten Autotests zeigten, Elektroautos gelten als ausgereift. Zumindest für Klein- und Mittelklassewagen. Ich spreche hier nicht von diesem Tesla-Straßenflitzer für über 100.000 Euro das Stück. Sondern von Fahrzeugen, sagen wir mal der Golf-Klasse. Davon wollte ich mich jetzt überzeugen und bin Elektroauto gefahren.

Ankunft auf der Sackpfeife. (Bild: m_)
Ankunft auf der Sackpfeife. (Bild: m_)

Wie komme ich da also ran, als Privatnutzer, der eben nicht die 20.000 bis 30.000 Euro für ein Neufahrzeug hat. Da ich kein Auto besitze, und in den letzten Jahren immer Carsharing gefahren bin, habe ich mich beim hiesigen Carsharing-Provider mit dem sonderbaren Namen Scouter bedient. Der hat genau ein Elektroauto, einen Renault Zoe, der ist Bau-ähnlich zum bekannten Verbrenner Renault Clio.

Eine Zahl dominierte die Testfahrten, die ich und mein Freund Kai Baumann unternahmen, nämlich die doch recht bescheidene Reichweite dieses Fahrzeugs von nur 130 Kilometern. Klar, das ist eine Frage der Batteriekapazität. Derzeit liegen typische Reichweiten bei 300 bis 400 Kilometern. Doch komme ich mit dem ausgewählten Fahrzeug von Marburg auf die Sackpfeife und wieder zurück?

Ich nehme hier mal vorweg: Unser Fazit sieht erfreulich aus.

Also wir starten im Lahntal und fahren über Marbach und Caldern zur B62 Richtung Biedenkopf. Lahntal betone ich deswegen, weil eine Reichweite mit 130 km natürlich ohne Bergfahrten angegeben wird. Und von der Lahnebene auf 180 Meter über dem Meeresspiegel auf die Sackpfeife bei rund 670 Metern über dem Meeresspiegel müssen wir noch einen halben Kilometer in die Vertikale. Das kostet Kraft und Strom und Reichweite. Aber gar nicht soviel, wie sich später zeigte.

Zunächst: Elektroautofahren geht nur mit Automatikgetriebe, es gibt die Schaltungs-Einstellungen P, R, N, D – für P wie Parken, R wie Rückwärts, N wie Leerlauf und D wie Drive oder Drauflosfahren. Wie stets betont, Elektroautos haben ein hohes Drehmoment, sind also extrem zugfreudig. Beim Zoe gibt’s daher eine Eco-Taste, die etwas Drehmoment wegnimmt, das man ja nicht unbedingt braucht, aber eben Energie verbraucht. Und darum dreht sich beim Elektroautofahren alles.

Bis auf die Sackpfeife hoch sind das für uns 38 Kilometer, hin und zurück also mindestens 76 Kilometer. Klappt das mit der Reichweite von 130 Kilometern? Das fragen wir uns ständig, da wir nicht wissen, wie viel Reichweite das Erklimmen der Sackpfeife kostet.

Das kann ich jetzt genau beantworten. Von der Abfahrt von der B62 knapp hinter Biedenkopf bis hinauf zur Sackpfeife sind es 7 Kilometer. Die realen 7 Kilometer kosten uns aber 22 Kilometer an Reichweite. Doch darauf kommt es gar nicht an, wie wir dann lernen. Beim Runterfahren arbeitet der Elektromotor nämlich als Generator. Er lädt beim Runterrollen die Batterie wieder auf. Das ist natürlich nicht ganz so effizient. Doch ist schon erstaunlich. Fährt man nämlich einen Berg hinauf und wieder hinunter, so ist der Gesamtverlust an Reichweite gar nicht so groß.

Kabelsalat im Kofferraum - Strom aus Powerwall oder Haushaltssteckdose. (Bild: m_)
Kabelsalat im Kofferraum - Strom aus Powerwall oder Haushaltssteckdose. (Bild: m_)

Die Bilanz oben auf der Sackpfeife: 38 Kilometer gefahren, 56 Kilometer an Reichweite eingebüßt.

Das sind natürlich nur Anfangsunsicherheiten. Später ging das alles viel lockerer. Im Grunde ist Elektroautofahren vom Umgewöhnen her so schwierig, wie wenn man von einem Opel Corsa mit Schaltgetriebe auf die Mercedes A-Klasse mit Automatik umsteigt: Vieles ist gleich oder ähnlich, an manches muss man sich beim Fahren erst umgewöhnen.

Abrollen und Seglen

Das Surren des Elektromotors hörte man gegenüber den Abrollgeräuschen und Fahrtwindgeräuschen so gut wie nicht. Das haben wir insbesondere in tempoberuhigten Zonen, etwa in Caldern gemerkt. Wir mussten schon vorsichtig, vorausschauend fahren, um Passanten und etwa Radfahrer nicht zu überraschen und zu irritieren.

Ja, man fährt anders. Beim Bremsen wird kinetische Energie in Wärme umgewandelt. Die Energie ist weg. Lässt man den Wagen hingegen auf die Ampel zurollen, oder in der Kreisverkehr eintrudeln, dann lädt der Motor-Generator die Batterie wieder auf. Die Fachleute nennen das Rekuperation. Man versucht, unnötiges Bremsen zu vermeiden, also nochmal mehr vorausschauend zu fahren. Das klingt gut.

Spielerei: Energiebilanz über 15 min. (Bild: m_)
Spielerei: Energiebilanz über 15 min. (Bild: m_)

Mit der Zeit werden wir mutig. Wir sind vom Parkplatz der Sackpfeife nicht nur zum Aussichtsturm gewandert, wir machen auch noch einen Abstecher zum Rimberg, um auch den dortigen Turm zu erklimmern.

Positive Gesamtbilanz

Und dann zurück nach Marburg. Die Gesamtbilanz: Wir sind 87 Kilometer gefahren. Nämlich auf die Sackpfeife, zum Rimberg, und dann noch – fast im Übermut – bei Kai in einem Ortsteil von Marburg zuhause vorbei. Abgegeben haben wir das Auto bei einem Ladezustand von 45 Prozent – Ladezeit 2 Stunden 10 Minuten laut Display. An Reichweite haben wir da nur 73 Kilometer eingebüßt. Also doch ein Perpetuum mobile. Ich meine, eher eine ungenaue Angabe. Kai meint, wir seien eben supersparsam gefahren.

Unser beider Bilanz: Das Elektroautofahren ist ausgereift. Mit einem E-Fahrzeug in Marburg kommt man locker überallhin im Landkreis und wieder zurück. Auch Marburg – Gießen oder Wetzlar über die ausgebauten Bundesstraßen sind drin. Für Marburg-Frankfurt bräuchte man da allerdings ein Auto mit höherer Ladekapazität. Die neuesten Fahrzeugmodelle haben Reichweiten von 200 bis 400 Kilometern.

Elektrofahrzeuge in Stadt und Landkreis

Elektroautos in Diensten der Stadt: Die Fahrzeugflotte der Universitätsstadt Marburg besteht – ohne Feuerwehr – aus 38 Autos und Kleinbussen, wovon 18 reine Elektrofahrzeuge und zwei Hybride sind. Die 18 Elektrofahrzeuge sind: elf Renault Kangoo, vier Citroen Zero, ein Renault Zoe, ein Renault Fluence und ein VW Golf.

Erfahrungswerte: Die eingesetzten Elektro- und Hybridfahrzeuge haben sich in der Universitätsstadt Marburg in ihrem jeweiligen Einsatzort bewährt, teilt die Stadt mit. Sie werden ganzjährig genutzt, ermöglichen den Transport von Werkzeugen oder Botendienste. Sie werden eingesetzt in den Bereichen Hochbau, Stadtgrün, Ordnung, Straßenverkehrsbehörde, Botenmeisterei, Jugendhilfe, Grünflächen, Vermessung und Asylbetreuung.

Aufladen meist kostenlos: Die öffentlichen Elektrotankstellen in Marburg werden vorwiegend von den Stadtwerken Marburg betrieben und der Ladestrom derzeit kostenlos abgeben. Voraussetzung für den Zugang ist die Stadtwerke-Kundenkarte. Diese ist im Kundenzentrum der Stadtwerke erhältlich. Aktuell existieren folgende Tankstellen: Autohaus Wahl (Renault), Neue Kasseler Straße 66, Oberhessische Presse, Frauenbergstraße 20 und Stadtwerke Marburg, Am Krekel 55. Von den Stadtwerken werden zwei weitere Ladesäulen mit Park & Charge Konzept (Zugang mit spezieller Karte, mit Abrechnung) betrieben: Aquamar, Sommerbadstraße 41, und Parkhaus Pilgrimstein 17. Seitens der Stadt Marburg steht in der Barfüßerstraße 50 hinter dem Stadtverordneten-Sitzungssaal eine Elektrotankstelle mit kostenlosem Parken für die Zeit des Ladevorgangs zur Verfügung.

Zahlenwerk: Nach Mitteilung der Zulassungsstelle des Landkreises sind in Marburg-Biedenkopf zum Januar 2017 gemeldet: 527 Elektrofahrzeuge (inklusive Hybridfahrzeuge mit Benzin/Dieselaggregat); in der Stadt Marburg 272. Zum Vergleich: Die Anzahl der insgesamt im Landkreis zugelassenen Fahrzeuge (PKW, LKW, Motorräder) beträgt derzeit 187.000 Stück.


Tobias Erb erhält Forschungspreis für Kohlendioxid-Fixierung

Fixiert auf CO2: Tobias Erb (m_)
Fixiert auf CO2: Tobias Erb (m_)

Marburg. Bakterien und Pflanzen bauen ihre Biomasse überwiegend aus dem Kohlendioxid der Umgebungsluft auf. Im Laufe der Evolution haben die Organismen den Prozess dieser sogenannten Kohlenstoff-Fixierung gleich mehrfach erfunden. Tobias Erb vom Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie auf den Lahnbergen hat dem nun einen weiteren, künstlichen Reaktionsweg hinzu gefügt. Das macht deswegen Sinn, als die Prozesse der Natur bei weitem nicht optimal sind.

Um ein Kohlendioxid-Molekül aus der Luft zu fixieren und für die weitere zelluläre Aufbauarbeit verfügbar zu machen, braucht der Stoffkreislauf von Erb rund 17 Schritte. 17 verschiedene Enzyme sind daran beteiligt. Sie entstammen aus unterschiedlichen Organismen. Drei sind gar komplett am Reißbrett entworfen, also rein künstlich. Das entscheidende Molekül, das sich das CO2 gewissermaßen schnappt und in den Kreislauf einfügt, stammt aus einem bestimmten Bakterium. Es prozessiert das CO2 rund 20 Mal schneller als das entsprechende Enzym in Pflanzen.

Für seine Forschungsarbeit erhielt der Mikrobiologe Erb auf der Jahrestagung der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie in Würzburg den Forschungspreis in Höhe von 10.000 Euro. Der 37-jährige leitet seit dem Jahr 2014 die Forschergruppe „Biochemie und Synthetische Biologie des mikrobiellen Stoffwechsels“ am Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie in Marburg.

Am Ende des Zyklus steht derzeit noch die Substanz Glyoxyl-Säure, doch mit Modifikationen ließen sich auch Biodiesel oder andere organische Stoffe bilden. Grundlagenforscher Erb geht es zunächst auch nur um die prinzipielle Funktionsfähigkeit des Zyklus. Und das war schon schwer genug.

Nächste Schritte

Technisch anwenden ließe sich dieser Syntheseturbo einerseits durch Andocken an ein Solarmodul, das die Energie bereit stellt. Andererseits könnte Erb seinen Kreislauf auch in einen Einzeller einbauen. Doch es ist vollkommen offen, wie die ein bis zwei Dutzend Reaktionen der CO2-Fixierung dann mit den anderen 3000 Reaktionen harmonieren, die zeitgleich in einer Zelle ablaufen.

Für die Landwirtschaft könnten diese Ergebnisse interessant sein, da mit effizienteren Pflanzen auch die Produktivität wächst. Das gilt insbesondere mit Blick auf die wachsende Weltbevölkerung. Für Tobias Erb wäre der Aspekt des Klimaschutzes ein toller Zusatzeffekt: „Wenn wir nämlich das Treibhausgas Kohlendioxid ausder Atmosphäre entfernen und als Kohlenstoffquelle erschließen könnten.“


Megathema Synthetische Biologie: Drei Doktoranden suchen den Dialog mit dem Publikum im Marburger Chemikum

Marburg. Von zwei wissenschaftlich-technischen Entwicklungen erwarten Fachleute in den nächsten Jahren und Jahrzehnten bahnbrechende Durchbrüche. Die werden unser Leben von Grund auf verändern. Das eine ist die Künstliche Intelligenz. Also intelligente Programme, Computer, Roboter. Das andere ist die Synthetische Biologie.

Nicholas Krink, Anne Löchner und Max Mundt (Bild: m_)
Nicholas Krink, Anne Löchner und Max Mundt (Bild: m_)

Denn genauso wie die Forscherzunft in der Chemie vor vielleicht Hundert Jahren von der Analyse der Stoffe zur Synthese und dem Aufbau von ganz neuen, in der Natur nicht bekannten Materialien fortschritt, -- vor dieser Zeitenwende steht auch die Biologie.

Daher nahm es sich ganz gut aus, dass gerade dieses Megathema in einer Experimentalveranstaltung im Marburger Chemikum in seinen Grundzügen erläutert wurde. Das glückte gut, und zwar gleich auf zweierlei Weise. Die Experimentatoren waren drei junge Doktorandinnen und Doktoranden vom Zentrum für Synthetische Mikrobiologie auf den Lahnbergen. Anne Löchner, Max Mundt und Nicholas Krink hatten die Gabe, auf unverbrauchte, einfache und verständliche Weise in die Welt der Mikroorganismen, namentlich Bakterien, Viren und Pilze einzuführen.

Ferner fand auch das Publikum Gefallen und konnte sich des gewichtigen Themas annähern: Familien, Erwachsene und Kinder lernten viel über die Einzeller, deren Formenvielfalt, wo sie vorkommen, und wie sie etwa riechen.

Staunend hinter dem Ohr gekratzt

„Einige Stunden mussten wir uns schon vorbereiten“, erklärt Anne Löchner. Am Vormittag setzte Max Mundt beispielsweise die Bakterienkulturen an, die dann in sicher verschlossener Petrischale am Vortragsnachmittag durch die Publikumsreihen gereicht wurden. Natürlich erreicht man das Publikum gut über das Staunen. So leben mehr Einzeller in und auf einem Menschen, als dieser selbst Zellen hat. „Und wenn ihr euch hinter dem Ohr kratzt?“, fragt Löchner. Auch dort leben und wohnen Zehntausende Bakterien. Alles unkritisch, alles ungefährlich, weil natürlich.

Die Synthetische Biologie will indes etwas anderes: die Bausteine der Natur, also Erbgut, Zellstrukturen, sollen neu zusammen gesetzt werden, um etwa die Produktion einer Substanz zu verbessern oder überhaupt erst zu ermöglichen. So können beispielsweise die Erbgutabschnitte, die in der Karrotte die Produktion des Vitamins Beta-Carotin ankurbeln, durch eine neue Schnitttechnik schnell und präzis in Bakterien oder Hefepilze übertragen werden. Und das lässt sich deutlich komfortabler für die Vitaminproduktion kultivieren als Karrotten auf dem Acker.

Beim Bauen mit den Bausteinen der Natur „sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt“, sagt Nicholas Krink. Vieles scheint möglich. Ihre Arbeit verstehen die Synthetischen Biologen von den Lahnbergen zumindest so: „Wie wollen Gutes mit den Bausteinen des Lebens machen“, meinen die drei Doktoranden. Um Gutes zu wollen, muss man sich auch über das Gute und Wünschenswerte verständigen und darüber reden. Das haben die drei Biologen zumindest schon mal überzeugend geschafft.


Erinnerung an Lasershow über Marburger Köpfen

Marburg. Das waren noch Zeiten.‭ ‬Harald Giessen steigt der Physik aufs Dach,‭ ‬installiert seine Laser und illuminiert für das Stadtfest‭ „‬3‭ ‬Tage Marburg‭“ ‬die Strecke vom Renthof zum Spiegelslustturm zu einem Bürohaus am Lahnufer und wieder zurück an den Schlossberg.‭ ‬Eine Lasershow mit grünem Dreieck,‭ ‬erinnert sich der mittlerweile‭ ‬50-jährige Starphysiker an seine Postdoc-Zeit in Marburg.

Die Stuttgarter und Marburger Netzwerker: Harald Giessen (l.) und Ulrich Höfer. (Bild: m_)

Giessen kommt immer wieder gern nach Marburg.‭ ‬Hier begann seine wissenschaftliche Karriere.‭ ‬Die Kollegen kennen ihn und er kennt sie.‭ ‬Wenn er einen seine eloquenten Vortäge im Renthof hält,‭ ‬streut er seine Ideen nur so aus,‭ ‬und man meint,‭ ‬er nimmt im Diskurs mit Nachwuchsforschern und gestandenen Kollegen auch jede Menge Ideen mit nach Stuttgart.‭ ‬Dort leitet das nach schwäbischer Art wohlwollend bis ironisch genannte Physik-Käpsele ein überaus erfolgreiches physikalisches Institut. (Ein Käpsele ist schlicht eine gescheite, intelligente Person.)

Der Ritus bei den Naturwissenschaftlern ist ja folgendermaßen,‭ ‬und zwar alles andere als das häufige‭ „‬Redner kommt,‭ ‬schwätzt und geht‭“‬.‭ ‬Nein,‭ ‬hier nimmt sich der Gast mindestens einen Tag Zeit,‭ ‬er geht durch fast jedes Labor,‭ ‬schaut,‭ ‬diskutiert,‭ ‬streut Ideen und saugt Interessantes auf.‭ ‬Daraus destillieren die Forscherinnen und Forscher noch am selben Tag,‭ ‬Wochen darauf oder gar Jahre später Forschungskonzepte,‭ ‬die sie in Anträge gießen und dann Geld daraus machen.

Gute Wissenschaft braucht Top-Leute

Der Ex-Marburger Giessen hat es weit gebracht.‭ ‬Über die Uni Bonn nach Stuttgart.‭ ‬Einmal danach gefragt,‭ ‬was er als seine Hauptaufgabe als Physikprofessor sehe,‭ ‬meinte Giessen:‭ ‬Das Heranziehen von Doktoranden.‭ ‬Gute Wissenschaft funktioniert eben nur über Top-Leute.‭ ‬Die Doktoranden schwärmen dann später als Post-Docs an andere Institute aus,‭ ‬werden Professor,‭ ‬kommen in Hightech-Unternehmen unter und verdichten so das persönliche Kooperations-‭ ‬und Wissenschaftsnetzwerk.

Heute zählt Harald Giessen sicherlich zu den besten Forschern in der physikalischen Optik.‭ ‬In jüngster Zeit hat er grundlegende Verfahren mitentwickelt,‭ ‬Minikamera-Objektive zu bauen,‭ ‬die auf die Spitze einer Glasfaser passen und etwa als Endoskop genutzt werden können.‭ ‬Neben dieser extremen Miniaturisierung ist das Spannende daran,‭ ‬dass dieses Objektiv auf das Glasfaserende‭ ‬3D-gedruckt wird.‭ ‬So könnte man dereinst minimalinvasiv schlicht ein Glasfaserendoskop an der Seite des Auges entlang zur Netzhaut führen,‭ ‬um diese zu inspizieren,‭ ‬meint Giessen.‭ ‬Diese Konzepte diskutierte er beispielsweise mit den Grundlagenforschern um den Marburger Physiker Ulrich Höfer.

Giessen kennt Marburg wie aus der Westentasche und hat in jungen Jahren keine Party ausgelassen.‭ ‬Am Hainweg oder im Landgrafenhaus ließ sich mit den Mädels noch am Besten abtanzen,‭ ‬erinnert er sich.‭ ‬Seine Lasershow dürfte der quirlige Physiker heute aus rechtlichen und Sicherheitsgründen nicht mehr über Marburger Köpfen abhalten.‭ ‬Diese Geräte bleiben im Labor.


bits, reviews, comments on Science

Online for 2585 days
Last update 04.10.2018

Comments
Status
You are not logged in
... Login
RSS feed

Made with Antville
Helma Object Publisher