Marburg. Der Baum steht. Die Bombe im Wurzelwerk ist zerstört. Davon überzeugen sich Gerhard Gossens und seine Helfer vom Kampfmittelräumdienst mithilfe zweier Spaten.

Feuerwerker sprengen Fliegerbombe im Marburger Wald. (Bild: m_)

(Bild: Gerhard Gossens vor dem Bombenloch nach der Sprengung. Das rote Kreuz bezeichnet den Baum, dessen Wurzeln die Bombe festhielten.)

Die Sprengung einer Fliegerbombe aus dem zweiten Weltkrieg war erforderlich geworden, weil das 75cm lange Projektil mit dem Zünder nach unten im Waldboden steckte. "Da kamen wir nicht ran", sagt der Leiter des Kampfmittelräumdienstes Gerhard Gossens vom Regierungspräsidium Darmstadt.

Die Spezialisten befestigten an der 50-Kilo-Bombe (mit geschätztem Sprengstoffgehalt von 25 Kilogramm) rund 750 Gramm eines militärischen Spezialsprengstoffs. Damit Splitterteile nicht umher fliegen, wurde die Stelle mit einem 20.000 Liter Wasser fassenden Dämmkissen überdeckt.

Um die Fundstelle im Wald hatten die Behörden zunächst einen Sicherheitbereich mit Radius von 500 Metern gezogen. Darin wohnende Menschen wurden für die Zeit von 08 bis 12 Uhr evakuiert. Die Polizei, die sämtliche Häuser kontrollierte, musste aber kaum nachhelfen. Die Bewohner waren an der Arbeit oder in der Schule und nahmens ansonsten gelassen.

"Das größte Risiko wären Schaulustige", sagt der Marburger Oberbürgermeister Thomas Spies. Doch dem hatten Polizei und Behörden durch Absperrungen vorgebeugt.

Die Sprengung um 11:09 Uhr war denn auch wenig spektakulär. Ein dumpfes "Bumm" war nur in der Nähe zu hören. Von außen war die Sprengung im Wald auch nicht zu sehen.

Nach Angaben von Gossens beseitig der Kampfmittelräumdienst pro Jahr rund 40 bis 60 Weltkriegsbomben in Hessen. In Marburg hatten die allierten Bomber den Hauptbahnhof und die Schienenverbindung im Visier. Mit weiteren Funden sei auch in Zukunft zu rechnen, berichten die Behörden.

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